Summer Rides
Praktische Tipps fürs Bikepacking

In 15 Monaten wollen Sara und Kai Thorarensen mit dem Fahrrad von Mexiko nach Chile. Wichtiges Kriterium der Routenplanung: schöne Aussichten und Spanisch lernen. Wir haben die beiden nach ihren Tipps für eine Bike-Packing Tour gefragt.

Welche Utensilien dürfen auf einer Bikepacking-Tour nicht fehlen?
Was auf keinen Fall fehlen sollte ist eine Fahrrad Pumpe, Ersatzschläuche, ein Multitool und ausreichend Wasserflaschen sowie Flaschenhalter fürs Rad. Unverzichtbar für uns sind auch Panzertape, Kabelbinder und Schnellkleber sowie ein Erste-Hilfe-Set und eine Reiseapotheke. Außerdem planen wir unsere Routen mit einer dementsprechenden App auf dem Handy wie iOverlander oder Maps.me.

Wie verstaut ihr euer Gepäck?
Wir haben jeweils fünf Fahrradtaschen, zwei Low-Rider (Front-Taschen), zwei Gepäckträger-Taschen und eine Lenkertasche dabei. Da wir sehr gerne Hiken und über mehrere Tage in die Berge oder im Wald verschwinden, haben wir uns dazu entschieden, noch zwei 35L Rucksäcke mitzunehmen. Diese verstauen wir jeweils in zwei der Gepäckträger-Taschen. In einem der beiden Rucksäcke bringen wir unsere elektronische Ausrüstung samt wichtiger Dokumente unter, während wir den anderen Rucksack stets leer in die Gepäckträger-Tasche packen. Dies hat den Vorteil, dass wir einerseits bei Ankunft schnell zum Rucksack greifen und auf dem Markt einkaufen gehen können oder schnell unsere sieben Sachen und Camping-Ausrüstung umpacken und los wandern können. Damit das Gewicht wieder etwas ausgeglichen ist, verstauen wir unsere Fahrradersatzteile und Werkzeug zusammen mit dem leeren Rucksack in einer Gepäckträger-Tasche. In der dritten Gepäckträger-Tasche verstauen wir die komplette Campingausrüstung wie Zelt, Feuerzeug, Töpfe und Luftmatratzen. Bekleidung, Kulturbeutel, Handtücher, Flip Flops und 3 Liter Wasser kommen in die vierte der Gepäckträger-Taschen. In den Lenkertaschen bewahren wir Sachen auf, die wir immer griffbereit haben möchten. Das wären zum Beispiel unsere kompakten Regenjacken, ein Erste-Hilfe-Set, ein Multitool, Sonnencreme und Portmonee.

Welches Fahrrad empfiehlt ihr fürs Reisen mit dem Rad?
Wir empfehlen ein Fahrrad, das leicht und robust ist. Wir haben uns daher für zwei Crosser entschieden, genauer gesagt für das PRO CROSS mit der bewährten Shimano 105er Gruppe. Mit dem Bike sind wir auch abseits asphaltierten Straßen gut unterwegs. Das Rad haben wir mit Gepäckträgertaschen vorne und hinten ausgestattet und bekommen so alles mit, was wir brauchen.

Was war das bislang schönste Erlebnis auf eurer Tour?
Als wir in Guatemala waren, hatten wir uns dazu entschlossen, eine 5-tägige Trekking-Tour zu den Ruinen “El Mirador” auf eigene Faust zu machen. Mit 10 Litern Wasser, reichlich Essen sowie Camping- und Kameraausrüstung stiegen wir um fünf Uhr morgens in den "Chickenbus”, der uns zu unserem Startpunkt, Carmelita, bringen sollte. Dieser Plan wurde aber schnell hinfällig, da wir auf der Hälfte der Strecke aus dem Bus rausgeschmissen wurden – das ist eine andere Geschichte. Einfach wieder zurück nach San Benito zu fahren kam für uns nicht in Frage. Zu Fuß machten wir uns also auf den Weg ins nächst gelegene Dorf, um zu frühstücken und nach anderen möglichen Routen auf dem GPS zu suchen. Als wir einem Pfad für eine Weile auf dem GPS entlang folgten, merkten wir, dass dieser uns nach Tikal führen würde. Wir fragten die Einheimischen, die sich inzwischen um uns herum angesammelt hatten, ob ihnen diese Route bekannt wäre. Sie kannten diese und erzählten uns es sei eine schöne 3-tägige Wanderung, aber der Weg sei oftmals sehr unscheinbar und verwachsen. Da wir aber bestens ausgerüstet und vorbereitet waren, machten wir uns auf den Weg und marschierten los. Die nächsten drei Tage waren wir mitten im Dschungel unterwegs, umgeben von kreischenden Affen, lauter Insekten und sogar ein paar Schlangen sichteten wir. Aber nicht nur Wildtiere kreuzten unseren Weg: Am zweiten Tag trafen wir ein Pärchen aus Belgien. Wir verstanden uns auf Anhieb super und als sie erfuhren, dass es an dem Tag Saras 24. Geburtstag war, überraschten sie Sara mit einem Ständchen bei einem gemeinsamen Lagerfeuer. Nach drei Tagen hatten wir es schließlich bis nach Tikal geschafft. Glücklich und mit keinerlei Reue es nicht nach “El Mirador” geschafft zu haben, kehrten wir zurück nach San Benito, wo unsere Fahrräder schon auf uns warteten.

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