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Aufgesattelt: Der perfekte Sattel für dein Fahrrad und dich

Hundert Jahre Fahrradgeschichte haben erstaunlicherweise nicht die eine perfekte Sattelform hervorgebracht. Dabei ist der Fahrradsattel der wichtigste der drei Kontaktpunkte zwischen Körper und Rad: Sechzig bis neunzig Prozent deines Gewichts lasten je nach Haltung darauf. Jede Unebenheit des Untergrundes wirkt sich direkt auf Gesäß und Rücken aus – ein unpassender Sattel kann auf Dauer demzufolge nicht nur zu Schmerzen, sondern auch zu Taubheitsgefühlen und Rückenproblemen führen. Dein Sattel sollte dich jedoch an nichts hindern und vor allem nicht schmerzen. Das Ziel ist es stattdessen, einen gemütlichen Sitz auf deinem Rad einzunehmen, mit einem Sattel, der für die Ergonomie deines Einsatzzwecks geeignet ist.


Den einen Sattel für jeden gibt es trotzdem nicht: Welchen Sattel du letztendlich präferierst, hängt also von dem jeweiligen Anwendungsgebiet, deinem Sitzknochenabstand und der persönlichen Empfindung ab. Wir helfen dir, dich über die verschiedenen Arten und Hersteller zu informieren und dich am Ende in unserem Online Shop mit einer riesigen Auswahl, für den perfekten Sattel zu entscheiden.


Der optimale Sattel für dein Fahrrad: Fahrstil und Haltung sind entscheidend

Grundsätzlich gilt: Ein guter Fahrradsattel ist an dein Fahrrad, dein Gewicht und deinen Fahrstil angepasst. Auch die Berücksichtigung deines Sitzknochenabstands, die richtige Form, die Polsterung und das Material verbessern das Fahrgefühl. Ganz schön viel? Für Orientierung sorgt zunächst eine Eingrenzung über den Fahrstil:

  • Legst du eher kürzere Strecken in der Stadt zurück und nutzt dein Fahrrad im Alltag?
  • Bist du ein ehrgeiziger Rennradler, der Kilometer jagt?
  • Bist du mit deinem Mountainbike gerne Up- und Downhill unterwegs?
  • Bist du gern auf ausgedehnten Fahrradtouren?

Tendenziell gilt, wenn man mit dem Rad nur kurz zum Shoppen oder zum nächsten Supermarkt fahren will, ist ein weicher Sattel, auf dem man bequem wie im Fernsehsessel sitzt, vollkommen ausreichend. Wenn du aber sportlich unterwegs bist und längere Touren vor dir hast, ist ein harter, schmaler Sattel unverzichtbar. Denn bei einem breiten Sattel besteht die Gefahr auf langen Fahrten darin einzusinken. In der Folge werden die Stellen, die am meisten belastet werden, nicht mehr richtig gestützt und im schlimmsten Fall werden wichtige Nerven und Gefäße durch Druck auf den Dammbereich von einer ausreichenden Blutzufuhr abgeschnitten. Heißt also je länger du im Sattel sitzt, desto härter sollte dieser tendenziell sein.

Neben dem Fahrstil ist dein Fahrrad die zweite Komponente, die dir bei der Suche nach dem idealen Sattel für dein Fahrrad hilft, denn es bestimmt die Haltung, die du beim Fahren eines bestimmten Einsatzzwecks einnimmst. Sitzt du...

  • ... aufrecht auf einem City Bike?
  • ... leicht bis mäßig nach vorn gebeugt auf dem MTB, dem Trekkingrad oder dem sportlichen Fitnessbike?
  • ... sportlich und stärker nach vorn gestreckt wie beim Rennrad, Gravel oder Triathlon-Bike?

Diese Fragen entscheiden über den Winkel, in dem dein Becken und Rücken geneigt sind, und damit sehr stark darüber, wo genau dein Becken den Sattel deines Fahrrads berührt und sich abstützt – ein wichtiger Orientierungspunkt beim Kauf eines Sattels. Während man auf dem Rennrad oder Triathlon-Bike besonders gestreckt und sportlich sitzt, ist die Position beim Mountainbike oft ein wenig aufrechter und auf City-Rädern oder Trekking-Bikes eher aufrecht und bequem. Auf Rädern, die für die sportliche Nutzung ausgelegt sind, verbringt man tendenziell deutlich mehr Zeit als auf dem typischen Cityrad, mit dem man nur zur Arbeit oder zum Einkaufen fährt.

Die Sitzposition ist vor allem ausschlaggebend für die Form des Sattels, denn je nach Sitzposition verändert sich der Auflagebereich der Sitzknochen beziehungsweise der Schambeinbögen. Eine Sattelform ist in der Regel erst optimal für dich, wenn sie deine körperlichen Eigenschaften berücksichtigt. Du solltest daher z.B. deinen individuellen Sitzknochenabstand in die Modellwahl einbeziehen.


Die Sattelbreite und der Sitzknochenabstand

Wenn es um den Berührungspunkt von Becken und Fahrradsattel geht, sind die sogenannten Sitzknochen das entscheidende Schlagwort. Die Sitzknochen sind zwei Knochenbögen rechts und links im unteren Becken, auf denen sich der Körper beim Sitzen abstützen kann. Und zwar schmerzfrei, auch bei hoher Belastung, denn an diesen beiden Stellen ist die Druckempfindlichkeit des Menschen besonders gering. Deshalb ist es gut, wenn die erwähnten sechzig bis neunzig Prozent deines Gewichts beim Fahrradfahren auf diesen Sitzknochen und nicht auf dem schmerzempfindlichen Gewebe oder den Muskeln ringsum lasten.
Die Sitzknochen liegen meist etwa zehn bis 15 Zentimeter weit auseinander. Dieser Abstand ist neben der Sitzhaltung der zweite, ganz individuelle Schlüssel zu dem perfekten Sattel für dein Fahrrad. Denn wenn dein Sitzknochenabstand im richtigen Verhältnis zu der Breite und der Form des Sattels steht, wird der Dammbereich entlastet und Taubheitsgefühle vermieden. Viele Sattelhersteller bieten ihre Sättel deshalb mit Bezug auf den individuellen Sitzknochenabstand in verschiedenen Größen an (etwa S, M, L) oder setzen ein „Max” in den Namen.

So misst du deinen Sitzknochenabstand:

  1. Setze dich aufrecht und mittig auf ein Stück Wellpappe. Stelle deine Füße dabei auf die Zehenspitzen, um den Druck auf die Pappe zu erhöhen.
  2. Die dabei entstandenen Vertiefungen umkreist du mit einem Filzstift und markierst die Mitte mit einem Punkt.
  3. Miss nun den Abstand der beiden Punkte, um deinen Sitzknochenabstand zu bestimmen


Dabei ist noch zu beachten, dass sich der Druck bei einer sportlichen Haltung von den Sitzknochen nach vorne bis hin zu den Schambeinästen verlagert. Diese laufen im Schambeinbogen zusammen. Deshalb sollte bei sehr sportlichen Positionen auch die Schambeinäste und -knochen entlastet werden. Das gilt besonders für Frauen, da ihr Schambeinbogen tiefer liegt und auf die Sattelnase drücken kann. Grundsätzlich gilt: Je sportlicher die Haltung, desto schmaler sollte der Sattel sein. Allerdings belastet ein zu schmaler Sattel auf dem Fahrrad weiter innen den Schambeinbogen – wo auch Nerven und Muskeln ansetzen. Im Zweifelsfall gilt deshalb: Den Fahrradsattel lieber etwas zu breit als zu schmal wählen.

Unterschiedliche Sattelformen können ebenfalls für Entlastung in einigen Bereich bzw. eine gute Gewichtsverteilung sorgen. Eine Entlastung für den Dammbereich wird oft mit einer Vertiefung in der Mitte erreicht, einem sogenannten Entlastungskanal oder sogar einer Entlastungsöffnung. Das dient letztlich dazu, den Druck auf die empfindlichen Weichteile und Organe zu vermeiden und den Komfort zu erhöhen. Diese Entlastungsbereiche erfüllen ihren Zweck jedoch nur, wenn der Sattel richtig passt.


Herren- und Damensattel – die Ergonomie des Fahrradsattels

Männer und Frauen unterscheiden sich in ihrer Anatomie, das ist klar. Bezüglich des Beckens ist jedoch allein die Auflage auf dem Fahrradsattel und damit erneut der Sitzknochenabstand interessant. Frauen haben in der Regel einen größeren Abstand als Männer. Es ist jedoch nicht pauschal gesagt, dass jede Frau mit einem speziellen Damen Sattel bequemer sitzt und jeder Mann nur mit einem Herren Sattel gut bedient ist.

Trotzdem gibt es, aufgrund einer möglich breiteren Beckenstruktur der Frauen, spezielle Fahrradsättel in der V-Form. Durch diese spezielle Form wird die Gewichtsbelastung gleichmäßiger verteilt. Als weiterer Komfortaspekt werden die Polsterung und Federung miteinbezogen und spielen oft bei den weiblichen Kunden eine Rolle.

Herren Sattel sind im Gegensatz dazu meist eher schmal. Das liegt daran, dass der Sitzknochenabstand bei Männern meist etwas enger ist und der Schambeinbogen nicht so tief liegt, wie bei Frauen. Durch die an diese Anforderungen angepasste Form, wird der Druck ideal verteilt und der Dammbereich entlastet.


ROAD SATTEL: WORAUF SOLLTE ICH ACHTEN?

An den ROSE Rennrädern sind bei der Grundausstattung standardmäßig Sättel mit dabei. Ob dieser allerdings zu dir passt, merkst du nicht direkt bei der ersten Tour. Du benötigst sicherlich etwas Gewöhnungszeit, um herauszufinden, ob der Rennrad-Sattel der richtige für dich ist. Gerade beim Rennradfahren ist der richtige Sattel sehr wichtig, denn durch die sportlich gestreckte Sitzposition liegt die Hauptbelastung nicht auf deinen Sitzhöckern, sondern eher auf deinem Schambein. Ein Rennrad-Sattel sollte in erster Linie eher leicht, schmal und eher hart sein. Nach längeren Fahrten wirst du merken, dass ein zu weicher Sattel nicht automatisch Schmerzen reduziert und für mehr Komfort sorgt. Road-Sättel haben in der Regel sogar wenig bis gar keine Polsterung. Weiche Sättel können sogar mehr Scheuern verursachen. Ein ebenso wichtiger Aspekt ist, dass bei einem harten Sattel das Gesäß weniger Auflagefläche hat und somit eine optimale Durchblutung der Lenden besser gewährleistet ist, gerade bei den männlichen Fahrern nicht unwichtig. In dem ROSE Sortiment findest du Rennradsättel der Marken ROSE, ERGON, Brooks, Selle Italia, Terry, ISM, fi´zi:k, Profile, Repente und WTB.


MTB-SATTEL: WORAUF SOLLTE ICH ACHTEN?

Da man auf dem MTB sportlich, aber nicht so sehr gestreckt wie auf dem Rennrad sitz, sind auch hier eher schmale und lange Sättel zu empfehlen. Die Sitzfläche im hinteren Bereich kann dabei etwas breiter sein als bei typischen Rennrad Sätteln. Beim Mountainbike Sattel spielt nicht nur der Komfort eine große Rolle, sondern auch die Bewegungsfreiheit, denn ein zu großer Sattel könnte bei gewagten Fahrmanövern in steilem Gelände oder bei Sprüngen die Bewegungsabläufe stören.


FAHRRADSATTEL AUSRICHTEN – WORAUF SOLLTE ICH ACHTEN?

Der beste Sattel erfüllt seine Funktion nur, wenn er auch richtig montieret und ausgerichtet ist. Zunächst einmal sollte die Sattelnase natürlich mittig zum Oberrohr ausgerichtet werden. Außerdem sollte der Sattel zu Beginn waagerecht angebracht werden, um von diesem Punkt aus die individuelle Sattelneigung zu finden. Kippt die Sattelnase zu weit nach unten, erhöht dies den Druck auf die Hände und kann dazu führen, dass man nach vorn hin vom Sattel zu rutschen droht. Kippt die Sattelnase zu weit nach oben, erhöht man den Druck auf den Genitalbereich, was zu Schmerzen oder Taubheitsgefühlen führen kann. Daher sollte man sich hierbei in sehr kleinen Schritten von wenigen Millimetern der passenden Position annähern und jede kleine Veränderung eine ausreichende Zeit lang testen.