Trainingslager auf Mallorca

Der erste Lichtblick ist für viele ein Trainingslager im Frühjahr, in dem hohe Umfänge und intensivere Reize bei mildem Klima leichter fallen und durch das die Form in Richtung erster Rennen eine neue Qualität erreicht. Mallorca ist der Klassiker unter den Destinationen für Radsportler und das zu Recht.

Text: Matthias Lange / Fotos: Christoph Laue

Trainingsstrecke auf Mallorca

"Endlich wieder Rennen gewinnen!"

Das ist mein Ziel für dieses Jahr. Mein Name ist Matthias und ich fahre seit meiner Jugend leistungsmäßig Rad. Mittlerweile bin ich dreißig, stehe mitten im Berufsleben und die Form kommt leider nicht mehr ganz so mühelos zu mir wie noch als Schüler oder Student. Die Zeit ist knapper, das Training muss wesentlich besser strukturiert werden und ehrlich gesagt, habe ich mich im Winter schon mal mehr gequält.

Heute ist alles anders. Meine neue Freundin Julia ist mindestens so verrückt aufs Rennradfahren wie ich. Gemeinsame Trainingseinheiten haben schließlich dazu geführt, dass wir uns beim Radfahren kennen und lieben gelernt haben. Zusätzlich haben wir noch einen Motivationsjoker gezogen: zwei nagelneue Räder und zwar vom Allerfeinsten! Es handelt sich um superleichte Räder, die aerodynamisch optimiert sind und auch Komfort für lange Tage im Sattel bieten – es sind die X-LITE SIX und FOUR DISC von ROSE. Ich kann es kaum erwarten mein neues Rad bei mehr als vier Grad und auf trockenen Straßen richtig kennenzulernen.

Matthias und Julia Sonnenaufgang auf Mallorca

Wir beginnen mit einer lockeren Runde zur Akklimatisierung

Unser Trainingsplan stammt von unserer gemeinsamen Trainerin und ist ganz typisch aufgebaut. So habe ich schon viele Male auf der Insel trainiert. Aus meinem Radsportverein sind zwischen Februar und April mehrere Trainingsgruppen nach Mallorca geflogen und da bin ich schon als Nachwuchsfahrer regelmäßig in den Genuss gekommen, Kilometer unter der Balearischen Sonne zu sammeln.

Wir beginnen mit einer lockeren Runde zur Akklimatisierung und steigern von Tag zu Tag die Zeit auf dem Rad um eine Stunde. In der Mitte der Woche liegt ein Ruhetag, an dem wir nur ein bisschen im Regenerationsbereich „rumeiern“. Die meiste Zeit bewegen wir uns im Grundlagenbereich, haben aber auch die Anweisung bekommen, es am Berg ein wenig zu forcieren, wenn wir uns danach fühlen. Insgesamt stehen 20 Stunden Training an, von denen ich mir vorgenommen habe jede einzelne zu genießen. Das Wetter soll auf jeden Fall mitspielen.

Trainingsplan

Wir haben uns eine kleine Finca in der Nähe von Alcudia gemietet, weil wir unter uns sein wollen und so auch besser auf eigene Präferenzen bei der Verpflegung eingehen können. Dabei ist die Anreise nach Mallorca von allen deutschen Flughäfen entspannt.

Nach einem kurzen Stopp im Supermarkt staunen wir nicht schlecht, denn unsere Unterkunft ist der absolute Hammer.

Die Bikes stehen bereit

Die Suche bei Airbnb hat sich gelohnt. Erleichterung schafft dann auch der prompte Blick in die Radkoffer, denn beide Räder sind heil geblieben und werden direkt von mir in fahrbereiten Zustand versetzt. Schon nach einer halben Stunde im Haus platzt es aus Julia heraus: „Wann fahren wir endlich die erste Runde?“. Ich muss mir das Lachen nicht verkneifen, denn ich kann ebenfalls an nichts anderes denken.

Einen Espresso, eine Banane und eine halbe Stunde später stehen wir angezogen und mit vollen Trinkflaschen bereit. Ich habe Lust, Julia sofort die ganze Schönheit der Insel zu zeigen. Denn rollen wir jetzt Richtung Cap Formentor, erleben wir den nördlichsten Punkt der Insel im Sonnenuntergang. Ein absolutes Stimmungs-Highlight direkt zu Beginn unseres Aufenthalts.

Durch die Bucht von Pollença verläuft ein Radweg direkt am Meer entlang. Wir atmen salzige Luft und spüren die Sonne durch unsere Kleidung und auf unserer Haut. Ein ganz fremdes Gefühl mitten im Februar. Die Räder fühlen sich auf Anhieb schnell an. Ohne großen Aufwand sind 30 km/h erreicht und in der Ebene geht es kaum langsamer – ausgefeilter Aerodynamik und guten Reifen sei Dank. Kurz hinter Port de Pollença beginnt die Straße zum Cap anzusteigen und die Windjacke wird schnell geöffnet. Wir müssen uns zügeln, nicht zu überpacen und entscheiden uns für ein gemütliches Tempo.

Noch nie war Rennradfahren für mich leichter und intuitiver

Es wird im Laufe der Woche noch genügend Gelegenheiten geben etwas mehr Druck aufs Pedal zu geben. Wir finden schnell einen gemeinsamen Rhythmus und dabei fällt uns auf, wie leichtfüßig die Räder klettern – bei Rahmengewichten unter 800 Gramm auch kein Wunder. Nach einigen Minuten eröffnen sich atemberaubende Blicke in die Bucht hinter uns. Vor uns liegt die erste Abfahrt und ich fühle mich auf Anhieb so sicher auf dem X-LITE, als wäre ich schon unzählige Kilometer damit gefahren, dabei ist es die erste wirkliche Abfahrt für mich auf diesem Rad.

Auch Julia scheint das Rad zu taugen, denn sie klebt mir mit einem breiten Grinsen am Hinterrad. Völlig neu sind für uns die Scheibenbremsen an beiden Rädern. Mit minimaler Hebelkraft und absoluter Zuverlässigkeit verrichten die modernen Stopper ihren Dienst an Vorder- und Hinterrad. Noch nie war Rennradfahren für mich leichter und intuitiver als in diesem Moment.

Auf dem Weg zum Kap Formentor

Die Strecke zum Cap ist von der Orientierung zwar nicht anspruchsvoll, es gibt schlicht keine Abzweige, doch ist sie durch einen stetigen Wechsel von Anstiegen und Abfahrten gekennzeichnet. Die Konzentration sollte auf der Straße bleiben, auch wenn sich grandiose Ausblicke förmlich aneinanderreihen. Und da ist er auf einmal im Blick, der Far de Formentor. Die untergehende Sonne spiegelt sich scharf in der Optik des Turms. Noch ein paar steile Serpentinen und pünktlich zu Beginn des Sonnenuntergangs stehen wir ganz alleine an diesem zauberhaften Ort.


Statt von Touristenmassen werden wir von einer hungrigen Ziege empfangen. Julia gibt ihr ein Stück Riegel, so dass unsere neue Freundin schnell ein paar Selfies mit sich schießen lässt. Ein paar Minuten nehmen wir uns, um die magische Stimmung bei unglaublichem Lichtspiel zu genießen.

Kap Formentor
Straße Ziege

Bald geschafft

Doch müssen wir uns bald auf den Heimweg machen, damit wir das letzte Licht nicht verpassen. Im fast Dunklen erreichen wir völlig fasziniert die Unterkunft. Es herrscht eine andächtige Ruhe zwischen uns. Ich muss die Eindrücke der ersten Ausfahrt kurz einsortieren und merke, dass zwar noch fünf Tage hartes Training vor mir liegen, ich jedoch schon nach dem ersten Tag Frieden mit mir und der Welt geschlossen habe – mit meinem neuen Rad übrigens auch.

Auf dem Rückweg

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Am Ende gibt es nur dich und dein Bike und die endlose Freiheit, welche du auf Mallorca besonders gut genießen kannst. Gerade zum Anfang des Jahres bildest du mit einem mehrtägigen Trainingslager den Grundstein für die kommende Saison und tust zwischen kräftezehrenden Anstiegen, atemberaubenden Ausblicken und endlos langen Abfahrten nicht nur etwas für deine Fitness sondern vor allem auch etwas für deine mentale Gesundheit, denn der Genuss kommt zwischen all der Anstrengung definitiv nicht zu kurz.

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